"Terror über München" im Deutschen Theater Berlin

Wer wollte denn nicht schon mal einfach Teil einer Geschichte sein, nur um eventuell ihr Ende mitzubestimmen?

In seinem ersten Theaterstück macht Ferdinand von Schirach seinen Zuschauern genau das möglich.

Der Bestsellerautor und Strafverteidiger lässt dem Publikum in seine interaktiven Theaterstück die Wahl zwischen zwei möglichen Enden. Diese Entscheidung macht Schirach dem Publikum dabei aber nicht leicht.

Der Flug LH 2047 von Berlin-Tegel nach München mit 164 Passagieren an Board, wurde von Terroristen übernommen und fliegt direkt auf die mit 70.000 Leuten gefüllte Allianz Arena zu.

Kampfpilot Major Lars Koch der Bundeswehr, schießt daraufhin, nach zweimaliger unbeantworteter Anfrage zum Schießbefehl, die Maschine ab.

Eine Entscheidung, die ihn vor ein Schöffengericht bringt.

Angeklagt im 164-fachen Mord an den Passagieren des Fluges, gibt Koch die Tat zu und spricht sich selbst dabei schuldig.

Die Frage nach „Schuldig“ oder „Unschuldig“ müssen am Ende jedoch die Zuschauer beantworten.

In einem Prozess versuchen die Anwälte der jeweiligen Seite das Publikum zu mithilfe von juristischen, moralischen und philosophischen Argumenten für ihre Seite zu gewinnen.

Um das endgültige Ergebnis fällen zu können, müssen die Zuschauer den Saal     verlassen und dabei durch die mit „Schuldig“ oder „Unschuldig“ beschriftete Saaltüren gehen. Dabei werden sie gezählt, sodass, wenn sie nach einigen Minuten       gebeten werden, wieder ihre Plätze einzunehmen, das Urteil verkündet werden kann.

Eine durchaus nicht leichte Entscheidung, die bei der Premiere in Berlin und auch bei den meisten anderen Aufführungen mit „Unschuldig“ beantwortet wurde.

Auch der Deutsch Grundkurs von Frau Pieroth befasste sich mit diesem Dilemma als sie das Stück gemeinsam besuchten. Während sich alle einig waren, dass „Terror“ großartig und mehr als nur sehenswert ist, spaltete sich die Meinung über das Ende, wie zu erwarten, sehr. Dennoch war auch in diesem Kurs, die Mehrheit für „Unschuldig“, was nach angeregten Diskussionen, später im Unterricht, auch von allen Seiten akzeptiert werden musste.

„Terror“ ist ein Stück, das auf sehr spannende Weise zum Nachdenken über Recht und   Unrecht anregt und noch Monate später einem durch den Kopf geht.

Wer selbst ein Urteil fällen möchte kann dafür am 10. Januar 2017 ins „Deutsche Theater“ in Berlin gehen.

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